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21
Sep

8000 Jahre altes Heiligtum nahe Belogradtschik entdeckt

Anfang März 2017 nahe Markaschnitsa (Belogradtschik, BG) wurde ein bisher unbekanntes Heiligtum entdeckt. Der Form nach ähnelt dieses der Felsnischen in den Rhodopen und in Strandzha Gebirge. Experteneinschätzungen zufolge, wurden diese vor 8000 Jahren genutzt.

Das neuentdeckte Heiligtum befindet sich in unmittelbarer Nähe einer Felsöffnung und ist Teil eines „Lichtsystems“, welches durch verschiedene Felsöffnungen eine Verbindung zu den anderen sich in der Gegend befindenden Felsöffnungen sowie Schreinen herstellt. Es wird vermutet, dass die Errichtung dieses Lichtsystems dazu gedacht war, das Licht, das durch die erste Felsöffnung einströmt so zu verändern, dass dieses am Ende angelangt eine bestimmte Form annimmt

Mit diesem Fund stieg die Anzahl der berühmten heiligen Stätten in der Gegend Markaschnitsa auf acht. Dadurch wird die These des lokalen Forschers Kiril Kirilov bestätigt: Noch im Jahr 2013 kam sein Buch „Die heiligen Felsstäten von Belogradtschik“ heraus, in dem er aufgrund des bis dahin bekannten Standes der archäologischen Forschung prognostiziert hat, dass die Felsstätten von Belogradtschik sehr wahrscheinlich zu einem komplexen System von Felsheiligtümern mit einer spezifischen rituellen Bestimmung gehört, wobei einige davon noch entdeckt werden müssen.

Im Jahr 2016 macht Kiril Kirilov eine Reihe von Expeditionen in der Gegend Markaschnitsa, um Spuren von den verlorengegangenen Felsheiligtümern zu finden. Erst dadurch wird die zweigeschossige megalithische Höhle mit dem gewölbten Dach auf dem zweiten Stock bekannt – Lepenitsa, worin die Spuren nicht nur einer lebhaften religiösen, sondern auch die einer astronomischen Aktivität deutlich präsent sind: Es existiert eine Sternkarte mit ihrer Thron-Säule in den Felsen über der Höhle sowie sechs weiteren Felsheiligtümern mit diversen rituellen Brunnen darin, einige davon mit erhaltenen Steinaltären. Einige der Altäre sind in einem „Lichtsystem“ integriert, welches durch die künstlich geschaffenen Felsöffnungen in einer Verbindung mit den benachbarten Felsheiligtümern durch das einströmende Licht steht. Der religiöse Komplex samt den einzelnen Heiligstätten umfasst eine Gesamtfläche von 1,5 km.

Um die Anlage komplett zu durchzuwandern, müssen drei Tage eingeplant werden. Diese besteht aus zahlreichen Felsformationen, die durch diverse Waldwege und Pfade miteinander verbunden sind. Zum größten Teil wird die Wanderung nur etwas anstrengender als einen Spaziergang durch den Stadtpark. Nur bei gut 1/3 der Strecke müssen etwas steilere, aber durchaus zu bewältigende Abhänge sowie Steigungen in Kauf genommen werden.

Sehr interessant ist auch die Verbindung dieses Heiligtum-Komplexes mit der unweit der Stadt Belogradtschik gelegenen Kultstätte „Tschatschin Kamak“. Die Verbindung zwischen den Heiligstätten ist exakt auf gerader Linie bis zur Hölle „Kozarnika“ gegeben.

Das Gebiet bietet nicht nur eine seltene Dichte an verschiedenen Kultstätten, sondern auch zahlreiche atemberaubende Landschaften sowie einige außergewöhnliche, sehenswerte Felsformationen, wie der berühmte Fels des „Liebesgottes“.

 

Autor: Kiril Kirilov